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13 Januar 2020

Ist Coworking in Luxemburg eine Mobilitätslösung?

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Aufgrund der ständig wachsenden Zahl von Grenzgängern ist Luxemburg gezwungen, Mobilitätslösungen zu finden, die allen, den Einwohnern und den Grenzgängern, eine problemlose Fortbewegung im Land ermöglichen. Arbeitgeber und Freiberufler können ihrerseits auf die Errichtung angenehmer und funktionaler Arbeitsräume im Umfeld zählen, die den Transportbedarf begrenzen und den Stress durch Staus verringern. Aber!

200.000 Grenzgänger auf den Straßen Luxemburgs

Täglich überqueren 200.000 Menschen die deutsche, belgische oder französische Grenze, um in Luxemburg zu arbeiten. Diese Zahl wächst laut Statec-Statistik ständig: 1990 waren es 35.000, 2000 waren es 90.000 und 2010 werden es 150.000 sein.

Jeden Tag kommen zu den 613.894 luxemburgischen Einwohnern diese 200.000 Grenzgänger hinzu (Quelle, Statec am 1. Januar 2019). Mit einem Wachstum von mehr als einem Drittel seiner Bevölkerung sucht das Großherzogtum nach Lösungen zur Entlastung des Verkehrs. Tägliche Staus auf der A1, A3 und A6 und immer häufiger auftretende Verzögerungen auf der Autobahn A4 erschweren das Pendeln von und zur Arbeit sowohl für Grenzgänger als auch für Anwohner immer mehr.

Mobilität: Luxemburg steht vor einer Herausforderung

Trotz eines qualitativ hochwertigen Straßen- und Schienennetzes ist die Fortbewegung in Luxemburg eine Herausforderung, und dies nicht mehr nur während der Hauptverkehrszeit. Der Grund dafür ist ein Zustrom von Fahrzeugen trotz der verschiedenen Mobilitätslösungen, die der Staat realisiert hat: Straßenbahn, Bus, Zug und über 100 Vel‘oh (Fahrradverleih) Stationen. Das Problem ist, dass die Autofahrer, um die öffentlichen Verkehrsmittel zu den wesentlichen Tätigkeitszonen nutzen zu können, zu einem der Park-and-Ride-Plätze fahren müssen, die sich oft als überlaufen erweisen.

Wussten Sie? Nur 19 Prozent der Heim-/Arbeitswege werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, und nur jede zweite Person, die weniger als 1 km von ihrem Arbeitsplatz entfernt wohnt, geht zu Fuß.

Herausforderung Mobilität: schnellere Fahrten als mit dem Auto

Es werden weitere Mobilitätsprojekte in dem Gebiet durchgeführt, die jedoch nur auf längere Sicht angelegt sind. Die Idee: öffentliche Verkehrsmittel anzubieten, die eine schnellere Fahrt ermöglichen, als wenn man mit dem Auto fahren würde. Dies geschieht zum Beispiel mit einer Schnellstraßenbahnlinie entlang der A4 zwischen Esch-sur-Alzette und Kirchberg. Dieses Projekt wird 2035 das Licht der Welt erblicken.

Da sich das Zentrum des Landes im Griff der massenhaften Verstädterung befindet, steht der Staat vor einem Dilemma: die Schaffung neuer Zugangsmöglichkeiten, um den Verkehrsfluss zu erleichtern, auf die Gefahr hin, die für das Land so repräsentativen Naturlandschaften zu verunstalten.

Aber kann Luxemburg allein zur Verbesserung der Mobilität beitragen? Nicht wirklich. Die Lösung für Grenzgänger würde in der Verbesserung des grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehrsnetzes und im Bau von Parkplätzen liegen, die groß genug sind, um ausreichend Platz für die Fahrzeuge der Bahn- und Busnutzer zu gewährleisten. Dies bedeutet Arbeiten und Verbesserungen, die auf beiden Seiten der Grenze durchgeführt werden müssten und folglich die Intervention der vier betroffenen Länder erfordern würden.

Soll der Verkehrsfluss verbessert oder eingeschränkt werden?

Während die einen in Luxemburg an Mobilitätslösungen arbeiten, sind die anderen nicht daran interessiert, die Mobilität zu vereinfachen, sondern sie zu reduzieren. Die ehemals hauptsächlich in Stadtzentren oder in der Nähe von Bahnhöfen und Flughäfen gelegenen Coworking-Räume beginnen sich entlang der luxemburgischen Grenzen zu entwickeln.

Die Idee? Die Bereitstellung gut durchdachter Arbeitsräume, die den Mietern einen umfassenden Service bieten, ohne dass sie sich in verkehrsgesättigte Gebiete begeben müssen. Die Coworking-Räume sind nur bei Freiberuflern und Selbständigen beliebt, sondern sind nun auch für Unternehmen interessant. Diese können dort auswärtige Büros anmieten, wodurch ein Teil der Mitarbeiter ihre Fahrten begrenzen kann.

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Coworking, eine legale Alternative zur Telearbeit.

Da die Telearbeit insbesondere aus steuerlichen Gründen stark gesetzlich geregelt ist, würde das Coworking auf luxemburgischem Gebiet es den Grenzgängern ermöglichen, die Zahl ihrer Arbeitstage außerhalb des Unternehmens zu erhöhen.

Wussten Sie? Derzeit sind in Belgien 24 Tage Telearbeit pro Jahr zulässig. Frankreich gestattet 29 und Deutschland 19 Tage. Der NCF (National Council for Foreigners) seinerseits fordert die Standardisierung der Quote für Telearbeitstage auf 56 Tage für Grenzgänger aus den drei Ländern.

Ist Coworking eine Mobilitätslösung?

Ja und nein. Es ist klar, dass sich Coworking-Räume hauptsächlich in der Mitte des Landes oder in den großen Städten befinden. Es gibt jedoch auch einige Randgebiete, insbesondere in Windhof oder Bettembourg. Diese könnten das Zentrum und die Umgebung Luxemburgs entlasten, ohne jedoch eine Lösung auf beiden Seiten der Grenzen zu bieten.

Inzwischen ziehen Tages-, Monats- oder Jahresmieten von Büros oder Arbeitsräumen immer mehr Freiberufler an. Eine moderne Infrastruktur und die Möglichkeit, ein professionelles Netzwerk aufzubauen, sind die großen Vorteile dieser Räume. Regus, Urban Office, Silversquare und The Office bieten Dienstleistungen an, die den größten Unternehmen mit dem Charakter eines engagierten Startups würdig sind.

Die Mobilität in Luxemburg bleibt eine große Herausforderung, die das Engagement aller erfordert: des Staates, der lokalen Behörden, der Arbeitnehmer und der Unternehmen. Die Verbesserung der öffentlichen Verkehrsnetze, das Tanken von Autos, die Förderung der sanften Mobilität sind alles Lösungen, die das Reisen im Land vereinfachen würden.